KameRad

Ein kombiniertes Kamera-Radar-Modul, das 160 Mal schneller reagiert als der Mensch

 

Das im Verbundprojekt KameRad entwickelte hochintegrierte Elektroniksystem kombiniert die Vorteile der optischen Überwachung mit der Radarmesstechnik in einem System. Das vom Fraunhofer IZM entwickelte Kamera-Radar-Modul registriert Veränderungen im Straßenverkehr rund 50 Mal schneller als gängige Sensorsysteme und 160 Mal so schnell wie der Mensch. Es hat eine Reaktionszeit von unter 10 Millisekunden.  

Integrierte Signalverarbeitung verkürzt Reaktionszeit enorm

Die Daten von dem Radarsystem und der Stereo-Kamera werden direkt im bzw. am Modul verarbeitet und gefiltert. Nicht relevante Informationen werden zwar erkannt, aber nicht weitervermittelt. Durch die Sensor-Fusion werden die Daten von Kamera und Radar zusammengeführt. Auf Basis neuronaler Netzwerke werden diese Daten und damit verschiedene Verkehrszustände durch Machine-Learning inhaltlich ausgewertet. Daraufhin sendet das System keine Zustandsinformationen, sondern lediglich Reaktionsanweisungen an das Fahrzeug. So bleibt die Bus-Leitung des Fahrzeugs frei für wichtige Signale, zum Beispiel ein Kind, das plötzlich auf die Straße rennt.

Unfälle im städtischen Straßenverkehr vermeiden

Wenn ein Kind auf die Straße rennt, braucht der Mensch durchschnittlich 1,6 Sekunden, bis er auf die Bremse tritt. Autonome Fahrzeuge, die mit Radar- und einem Kamerasystem ausgestattet sind, haben eine Reaktionszeit von 0,5 Sekunden. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h sind das aber immer noch sieben Meter, die das Auto ungebremst weiterfährt. Das handygroße Kamera-Radar-Modul mit einer Reaktionszeit von unter 10 Millisekunden erreicht, dass das Auto lediglich 15 cm ungebremst weiterfährt – dann reagiert das System und sendet Signale zum Bremsen. Damit könnten viele Unfälle im städtischen Straßenverkehr vermieden werden.

 

Mehr Informationen dazu finden Sie auch direkt auf der Seite des in der FMD kooperierenden Instituts Fraunhofer IZM:

https://www.izm.fraunhofer.de/content/dam/izm/de/documents/Publikationen/Abteilungsbroschueren/R3S/sdi-r3s_1407_d.pdf

https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2019/juni/autonomes-fahren-soll-dank-radar-sensor-modul-sicherer-werden.html